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For those below.

Die Augenärzte der Organisation VIIO kämpft um das Augenlicht bei Frühgeborenen- der mobile Charakter ist dabei Vorbild für  viele Entwicklungsländer.


IMG_1083Das kleine Menschlein ist kaum größer als die Hand des Untersuchers und wiegt nicht mehr als eine Tüte Milch. Der Schrei ist trotzdem beachtlich, spätestens ab dem Moment als der Techniker die Kamera zur Untersuchung der Netzhaut auf das Auge setzt. Auf dem Monitor erscheint eine Darstellung des Augenhintergrundes, von Zeit zu Zeit werden die Fotos gespeichert, nach ca 2 Minuten ist die ganze Prozedur vorbei.

Frühgeburten sind hier in Indien nicht selten, Gründe gibt’s hierfür einfach zu viele: Mangelernährung, fehlende regelmässige Schwangerschaftsuntersuchungen, Infektionen, Blutarmut, die Liste liesse sich wahrscheinlich noch fortsetzen. Die zu früh auf die Welt gekommenen sind von der Stunde Null an vielen Bedrohungen ausgesetzt. Eine Gefahr lauert in der Netzhaut des Auges, hier kann es bereits in den ersten Tagen nach der Geburt zur Einsprossung von Gefäßen mit erhöhter Gefahr von Einrissen und Netzhauteinblutungen kommen, die dann zu „irreparablen Schäden“ führen. Soll heissen: Die Kinder erblinden. Auf ca 8% schätzt Augenarzt Dr Krishna Murthy, Leiter des Programms die Rate von ROP (Retinopathy of Pre-maturity) und ist- wenngleich nicht jedes Erkrankungsstadium sofort behandelt werden muss- die häufigste Ursache von Blindheit bei Kindern.

Es ist unnötig zu betonen, dass der vollständige Verlust der Sehfähigkeit nirgendwo ein Vergnügen ist- in Ländern wie Indien kommt sie jedoch fast einem Todesurteil auf Raten gleich: Da die Gesellschaft und das staatliche Gesundheitssystem die Betroffenen nicht auffangen können, ist ein Leben in völliger Armut, sozialer Isolation und Elend vorprogrammiert. Ich jedenfalls bin in Bangalore noch keiner Fussgängerampel mit akustischem Signal begegnet, bereits mit offenen Augen und gesunden Beinen ist das Überqueren einer Strasse jederzeit ein Abenteuer.

IMG_1086VIIO nimmt sich dieser Probleme an: Seit 2007 organisiert die Organisation die wöchentliche „Visite“ auf den Neugeborenenstationen der größten Kinderhospitäler in Bangalore ,sowie in der ländlichen Umgebung. Dafür muss eine ca 120.000 USD teure Spezialkamera sicher mobil zu den verschiedenen Einrichtungen transportiert werden, die Bilder werden dann online in die Augenklinik geschickt und dort von einem auf diese Erkrankung spezialisierten Augenarzt befundet. Bei Auffälligkeiten erfolgt oftmals eine kurzfristige Nachuntersuchung oder aber die sofortige Laserbehandlung innerhalb von 24-48h. Die Finanzierung von ca 65€ für die Laserbehandlung wird hierbei garnicht erst abgewartet ,sondern ist über den Fond der Sri Keshava  Stiftung abgedeckt.Die Mission „No person shall go blind for the want of money or care“- wird hiermit effizient und zielführend umgesetzt, in einem Jahr werden ca 700-800 Kinder auf ROP untersucht.


IMG_0460Weitere Aktivitäten sind die Früherkennung der diabetesbedingten Netzhauterkrankung, Katarakt und Glaukomerkrankungen. Der mobile Truck mit kompletter Ausrüstungen fährt an 6 Tagen jede Woche die gleichen Dörfer ab, insgesamt ca 3000km.  Zwei Tage begleiten wir das Team bei allen Untersuchungen- einmal darf „Dr Sven“ sich selbst im Spiegeln des Augenhintergrundes versuchen- und sind uns einig: Insbesondere für die Kinder, und die Familien unterhalb der Armutsgrenze wird hier viel angeboten.

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