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Keep the Heart Beating

IMG_0378Unser Rikschafahrer hat sichtbar Mühe die Adresse in Bangalores IT- Viertel zu finden. In immer kürzer werdenden Abständen hält er an und fragt “Ortskundige” nach dem Weg und gemeinerweise zeigen diese immer sehr bestimmt in eine andere Richtung. Schlusssendlich erweist sich die IBM-Road, in der die “Needy-Heart Foundation ihren Sitz hat nicht als strassenbautechnisches Aushängeschild des grossen US-DIenstleisters, sondern mehr als Schlagloch, mit ein bisschen befestigtem Weg drumherum.
Das Büro von Mr Khanna dem Vorsitzenden der Stiftung findet sich dann ebenfalls eher unscheinbar im Souterrain neben einer Tiefgarage. Wir werten das positiv: Wenn das Geld nicht in eine kostspielige Repräsentanz geht, landet es umso wahrscheinlicher bei den Bedürftigen. Von hier aus also gehen die Entscheidungen über den Schreibtisch, wer seine dringend benötigte Herzklappe bekommt, den Verschluss eines Vorhof-Ventrikeldefektes oder eines Schrittmachers. Oder etwas dramatisiert: Die Entscheidungen über Leben und Tod- mit einem jährlichen Budget von mittlerweile einer halben Million Euro.
Seit 12 Jahren vermittelt die Foundation mittlerweile die Finanzierung von Herzoperationen jeder Art, Herztransplantationen ausgenommen, mehr als die Hälfte für Kinder. Mr Khanna musste sich als ehemaliger Ingenieur in leitender Funktion in das Feld der Medizin erst einarbeiten, besitzt aber exzellente Kontakte innerhalb Indiens und insbesondere zu den Herzkliniken, in welche die kleinen Patienten vermittelt werden. Denn die Verhandlung um die kleinstmöglichen Preise für die notwendigen Prozeduren gehört ebenso zur Arbeit wie das Auftreiben von Geldern über private Spender oder Hilfsorganisationen.
Indien bietet ausgezeichnete medizinische Versorgung, die trotz der low-budget- Preise im internationalen Vergleich für 95% der indischen Bevölkerung nicht bezahlt werden kann. Was das für eine Familie bedeuten kann, ist im Artikel “Der Spiegel”: Discounter der Herzen eindrücklich beschrieben.
Durch die Arbeit der Foundation konnte allein 2012 für über 300 Patienten eine lebensrettende Operation gestiftet werden, in der fast 12-jährigen Geschichte war “The Needy-Heart” bei über 2000 Menschen die rettende Lösung.
Wir erhalten Einblick in die Bilanzen und Strukturen, Antworten auf alle Fragen und vereinbaren zunächst einen festen weiteren Kontakt, bei dem wir uns bei der Suche nach Sponsoren beteiligen wollen, sobald sich für ein Kind eine Finanzierungslücke auftut. Das größte Problem hierbei wird der Zeitdruck sein, denn bei Diagnosestellung liegt bereits oft schon ein fortgeschritteneres Stadium mit Symptomen vor, welches keinen langen Verzug bis zur Operation duldet.

Übrigens: Den Weg zurück in City of Bangalore hat der Fahrer dann auch problemlos gefunden.

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