Über...

We do not need no education.

IMG_0450Eine indische Organisation mit zungenbrecherischem Namen kümmert sich seit über 25 Jahren umfassend um die Bevölkerung in den Slums von Bangalore.

Keine Frage: Die Blumenketten stehen uns sehr gut. Wir fragen uns, wielange das Flechten dieses aufwendigen Kunstwerks wohl gedauert haben mag. Nun steht ein Empfangskomittee von sicherlich 15 Mitarbeitern der Foundation Vidyanikethan (man tut sich leichter, wenn man es in zwei Wörter teilt, sprich 3 mal nach: vidia- niketan. Eigentlich garnicht so schwer, aber versuch es in einer Stunde nochmal! ) am Eingang der Schule, die unschwer erkennbar in einem slumnahen Viertel am anderen Ende Bangalores gelegen ist.  Der gesamte Vorstand , einige Lehrer, so ziemlich jeder, der etwas zum Zustand und Gelingen des Projektes sagen kann, hat sich an diesem Sonntag vormittag Zeit genommen, uns persönlich kennenzulernen. Das einzige ,was an diesem schulfreien Tag fehlt, sind die Kinder.

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Ursprünglich aus der Idee eines Ehepaares entstanden, Strassenkinder im eigenen Wohnzimmer zu beschulen ist innerhalb von 25 Jahren aus Vidyanikethan eine facettenreiche Organisation mit über 100 Angestellten  geworden. Stolz zeigt man uns einen gut ausgestatteten Raum, in dem auch digitales Lernen via Internet und mit Beamer möglich ist. In einem sehr informativen Powerpointvortrag bekommen wir alle Aspekte der Hilfe aufgezeigt, die Vidyanikethan leistet.

Für die flächendeckende Schulausbildung erfordert es insbesondere in den Slumregionen viel Überzeugungsarbeit, damit die Familien auf eine „Arbeitskraft“ zugunsten einer besseren Perspektive verzichten, die sogenannte „Drop-out Prävention“. Ca 200 Schüler sind es inzwischen am Hauptstandort, es könnten sicherlich fast doppelt soviel sein, allerdings ist bereits jetzt für ca 85 Schüler kein Sponsor verfügbar.

Die Ausbildung wurde mittlerweile bis zur 10. Klasse ausgeweitet und erfüllt mindestens staatliche Anforderungen. Die Schulpatenschaft wird zumeist für ein Jahr übernommen, danach müssen aufs neue Sponsoren gefunden werden, was uns recht aufwendig erscheint.

IMG_0540Eine Voluntärin aus Deutschland hatte uns während ihres Aufenthaltes bei Vidyanikethan im Internet gefunden und genau aus diesem Grund gezielt kontaktiert, weil wir ein analoges Modell ja bereits auf den Philippinen etabliert haben. Ein Treffen in Düsseldorf hatte uns bereits im Vorfeld der Reise neugierig gemacht. Was hier nun sehen, enttäuscht uns nicht.

Auch an anderen Standorten betreibt die Organisation mittlerweile Schulen für gesellschaftliche Randgruppen: Kinder von Müttern, die mit Prostitution Ihr Geld verdienen, Kinder, die mühsam aus Ihrer Beschäftigung zB in Fabriken herausgeholt werden müssen, wie so oft insbesondere Mädchen.

Das Konzept erfordert die Unterhaltung von Unterbringungen, Finanzierung von Sozialarbeitern, psychologische Betreuung, Rehabilitation. Auf einem Bein kann man nicht stehen, geschweige denn Laufen lernen. In den ländlichen Regionen werden die Familien zudem im Erlernen eines Handwerks angelernt und durch Mikrokredite unterstützt, bis der Betrieb sich irgendwann selber trägt. Der einzige Weg in die Nachhaltigkeit der geleisteten Investitionen. „Women-empowerment“ und „Capacity-building“ -Förderung von Frauen und ihren Fähigkeiten- begegnen uns hier immer wieder. Zu guterletzt hat sich man sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben, geht verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen, insbesondere Wasser um.

Die Blumenketten haben mittlerweile ihre Ansehnlichkeit verloren, Vidyanikethan macht weiter und das seit 25 Jahren.       Vidia-nikethan, so langsam geht es auch uns ganz flüssig über die Lippen.

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