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Die Inspiration im Bordgepäck

Seit einer Woche wieder daheim, wollen wir einen erfreulichen Strich unter unseren Ausflug ins umtriebige Bangalore ziehen: Die wichtigste Erkenntnis ist wohl die Bestätigung, die man erfährt wenn man laufende Projekte auch nach 2 Jahren noch als unterstützenswert  und die Partner vor Ort als vertrauensvoll beurteilt und die weitere Zusammenarbeit nicht nur fortsetzen, sondern in vielen Bereichen zu intensivieren will, wann immer die finanziellen Möglichkeiten uns dafür Luft lassen. Hierzu haben insbesondere die intensiveren Einsichten in das private Umfeld der gesponsorten Schulkinder und die tägliche Arbeit der Sozialarbeiter von Bosco beigetragen:

Wer mit eigenen Augen sieht, wie eine 6-köpfige Familie auf 25qm lebt, auf dem harten Boden eines Slums schläft und trotz Enge und sonstigen Widrigkeiten versucht, für die Kinder die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen wird sich nie wieder die Frage nach dem Sinn seiner Spende stellen.

Wer die wenig verheißungsfrohen Situationen an den Bus- und Bahnsteigen erlebt, wird nie wieder ein einziges unglückseliges Kinderschicksal akzeptieren, nur weil die Helfer zum kritischen Zeitpunkt durch Unterbesetzung nicht alle Neuankömmlinge betreuen konnten.

Entscheidend ist der persönliche Kontakt, das Gespräch oder die Geste, die einem verständlich werden lassen, warum in einer so fremden Kultur  unter den Gegebenheiten nicht schneller und durchgreifender Hilfe geleistet werden kann, warum die Hilfe von staatlicher Seite mal so kompliziert, formal und verzögert, mal ignorant oder zumindest ineffizient erscheint. Schnell, meist vorschnell ist aus der Ferne geurteilt und verurteilt. Die neuen Medien in welcher Form auch immer, die den Austausch von Informationen in alle Winkel der Erde in Sekundenschnelle leisten, können den persönlichen Eindruck vor Ort, ein Bauchgefühl oder auch das Vertrauen in die Menschen, die diesen Job täglich machen nicht ersetzen:

Deswegen halten wir es auch weiterhin für richtig, unsere Urlaubstage einzusetzen, Reisekosten und Strapazen in Kauf zu nehmen und dabei junge Leute mit in die Projekte zu bringen. Denn wenn wir wiederkommen, haben wir jede Menge neue Inspiration und Motivation im Rückreisegepäck. Und die sind  ja zum Glück unbegrenzt zollfrei.

Chance for growth wünscht frohe Osterfeiertage!

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