Jahresbericht 2012

IMG_2533Chance for growth blickt zurück
Zum Ende des Jahres möchte chance for growth einmal zurückblicken und allen Freunden und Unterstützern Wir freuen uns, dass wir die Zahl der Mitglieder und Patenschaften erhöhen und die Spendeneingänge gesteigert werden konnten. Wir werden die finanzielle Bilanz 2012 mit einer Rücklage abschließen, die es uns bereits jetzt erlaubt, alle betreuten Projekte auch über das Jahr 2013 hinaus fortzusetzen und ein weiteres Akuthilfeprojekt zu planen, welches Ende 2013 in Indien stattfinden wird.

Dennoch sehen wir das Erreichte nicht gut in Zahlen ausgedrückt sondern erinnern uns lieber an die Bilder und Eindrücke, die wir von unserer Reisen aus den Projekten mitgebracht haben und uns keine Zeit zu zurücklehnender Zufriedenheit lassen. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Tag vor Ort wird einem klarer, was es noch zu tun gäbe. Das chance for growth – Jahr 2012 im Einzelnen:

Öffentlichkeitsarbeit 2012
2012 wurde mehrfach über chance for growth e.V. in den Printmedien berichtet. So erschien ein Artikel über chance for growth und das zuletzt organisierte Projekt auf den Philippinen sowohl in der WAZ (März 2012) als auch im Mitteilungsmedium der Ärztekammer Westfalen-Lippe (Juni 2012). Die Kölner Rundschau berichtete über chance for growth und unsere Projekte im Rahmen einer Spende der Knigge-Gesellschaft für moderne Umgangsformen (KGMU). Die WAZ berichtete am 08.12.2012 über die jährliche Weihnachtsaktion von unserem Gründungsmitglied Dr. Sabine List, die im Mülheimer Papierwerk unter dem Motto „Backen für Bildung“ unter anderem mit ihrem Label ‚Leckermaul’ Hundekekse und andere handgefertigte Geschenkartikel für Chance for Growth verkaufte. Alle Artikel finden sich zum Nachlesen auf der Homepage des Vereins.
Mit Hilfe von Frau Annika Kories und Frau Anne Caplan haben wir unsere erste Pressemappe erstellt. Die beiden betreuen darüber hinaus die Überarbeitung der Vereins-Homepage, die auch aufgrund des spannenden Philippinen-Blogs seit Februar immer häufiger frequentiert wird. (Vgl. die Statistik zu den verschiedenen Zugriffsarten auf unsere Vereins-Homepage)

Personelle Veränderungen
Frau Dr. Betina Hau unterstützt den Verein seit Februar 2012 nun auch offiziell als Beisitzerin des Vorstandes sowie als Koordinatorin der Patenschaften. Wir freuen uns über die Übernahme dieses Amtes, das aufgrund der gestiegenen Patenschaften zunehmend arbeitsintensiv geworden ist.

Party for growth 2012
Auch dieses Jahr haben wir wieder ein Sommerfest unter dem Motto „party for growth“ bei besten äußeren Bedingungen an der Jakob-Weber-Schule in Essen gefeiert, bei dem wir den Philippinen-Einsatz Trip vom Frühjahr in Wort und Bild Revue passieren lassen konnten. Dank der tatkräftigen Unterstützung von Herrn Grote-Westrich, Klaus Bast und dem freundlichen Einverständnis der Schulleitung des Carl-Humann-Gymnasiums konnten wir eine sehr familienfreundliche und für uns kostenneutrale Örtlichkeit anbieten. Zu den akustischen Gitarrenklängen von Andreas Schröter haben wir gemeinsam Currywurst genossen und uns mit allen Interessierten und Freunden über unsere Aktivitäten ausgetauscht.

Mitgliederversammlung 2012
Die Mitgliederversammlung fand 2012 im Rahmen der „party for growth“ am 17.6. 2012 statt. Das Protokoll der Versammlung aus 2011 wurde angenommen, der Vorstand wird turnusgemäß bei der nächsten Mitgliederversammlung im Jahr 2013 neu gewählt.

Geldspenden 2012
Zum ersten Mal seit seiner Gründung wird chance for growth e.V finanziell durch zwei Unternehmen unterstützt. Die Siemens AG, München, spendete 2012 für unsere Projekte € 4.500,00. Wir danken Heiko Südholt für die Vermittlung und dem Unternehmen für das Vertrauen und die Großzügigkeit. Die BASAID/Verein für Basishilfe, Basel/Schweiz spendete € 16.000,00 €, zweckgebunden für die Errichtung von Biogas-Anlagen in unseren Projektregionen auf den Philippinen und in Indien. Auch hier freuen wir uns über die Vermittlung von Frau Dr. Laure Bouchez. Vielen Dank dafür.

Spendenzusagen 2013
Die Knigge-Gesellschaft für Moderne Umgangsformen (KGMU) möchte uns für das kommende Jahr 2013 im Rahmen ihrer Spendenaktion anlässlich Weltkindertages unterstützen. Darüber hinaus plant die Gesellschaft auch im Anschluss die weitere regelmäßige Unterstützung von chance for growth. Wir freuen uns und sind gespannt!

Materialspenden
Im Rahmen des medizinischen Hilfseinsatzes auf den Philippinen im März 2012 wurde chance for growth von folgenden Pharmazeutischen Unternehmen unterstützt:

  • Ardeypharm -> Spende von Medikamenten gegen Wurmbefall
  • Bohl/Polskamp -> Spende von Medikamenten gegen Kopfläuse und andere Parasiten
  • Eubos -> Spende von Medikamenten zur Behandlung von Hautkrankheiten

Wir danken den entsprechenden Außendienst-Mitarbeitern für die sehr großzügigen Spenden.

Mitgliedschaften
Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich von 32 Mitgliedern (Stand Ende 2011) auf 37 Mitglieder (Stand Ende 2012).

Schulpatenschaften Isla Verde, Philippinen
Die Zahl der insgesamt von CFG unterstützen oder vermittelten Schulpatenschaften wuchs 2012 auf 45 Kinder. Erfreulicherweise haben wir 2012 weitere persönliche Paten für die Kinder auf der Isla Verde gefunden, so dass die Zahl der direkt von einem Paten unterstützten Kinder auf 36 steigt. 45 Kinder werden direkt von chance for growth unterstützt bis wir einen persönlichen Paten für sie gefunden haben.

Schulpatenschaften Süd-Indien
In Zusammenarbeit mit der indischen FTS-Organisation unterstützen wir Ende 2012 6 „Schulen“ in Süd-Indien mit insgesamt 128 Kindern. Die Kosten betragen ca. € 10,00 pro Kind pro Schuljahr und beinhalten Schulmaterialien und -gebühren.

Finanzen
Die Gesamtausgaben von chance for growth betrugen 2012 € 17.732,32. Diese im Vergleich zum Vorjahr höheren Ausgaben sind vor allem mit dem Bau der Biogasanlagen auf den Philippinen zu begründen, für den der Verein jedoch auch eine entsprechende zweckgebundene Spende erhielt. So machen die Kosten für den Hilfseinsatz auf den Philippinen im März 2012 mit Installation zweier Biogas-Systeme mit 56% (€ 10010, 63) der Gesamtausgaben des Vereins aus. Die dauerhaft laufenden Projekte in Indien (Dorfpatenschaften) und auf den Philippinen (Schulpatenschaften) kosteten 2012 zusammen € 4.728,39.
Die administrativen Ausgaben betrugen im Geschäftsjahr 2012 knapp 1,5%. Damit haben wir unser Ziel, die administrativen Kosten weitere zu senken, erreicht.
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Für das 2013 stattfindende Biogas-Projekt in Süd-Indien stehen dem Verein, nach dem Initialprojekt auf den Philippinen, noch € 5.987,87 zu Verfügung. Dieser Betrag entspricht zwar nicht der Hälfte der Spende von BAISAID in Höhe von initial ca. € 16.000,00. Im Gegensatz zu dem von uns auf den Philippinen durchgeführten Projekt importieren wir 2013 nicht die Systeme aus dem Ausland sondern kaufen sie lokal, sodass Gebühren und Zölle eingespart werden können.

Ausblick 2013:
Auch mit der geplanten Steigerung der Patenschaften in Süd-Indien und auf den Philippinen werden die laufenden Kosten (in Zukunft ca. € 6.000,00) weiterhin unterhalb der jährlichen Einnahmen liegen (aktuell ca. € 8.000,00). Um jedoch auch in Zukunft den Bestand unserer Projekte zu garantieren und die Regionen, in denen wir Hilfe leisten, weiter auszubauen, arbeiten wir mit Enthusiasmus daran, neue Mitglieder zu gewinnen und Sponsoren zu finden.

Medizinischer Einsatz auf Isla Verde, Philippinen März 2012
Chance for growth konnte nach zweijähriger Projektpause im Februar 2012 erstmals wieder die Isla Verde auf den Philippinen besuchen. Im Gepäck hatten wir eine Reihe dringend benötigter Medikamente zur Akutversorgung, die in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Krankenschwestern zur Behandlung typischer lokaler Krankheitsbilder eingesetzt wurden. Darüber hinaus wurden die von chance for growth seit drei Jahren bestehenden Schulpatenschaften im Hinblick auf Ihre Effektivität und Möglichkeiten zur Verbesserung evaluiert. Es wurden rund 300 Patienten auf der Isla Verde untersucht, die von medizinischer Versorgung weitgehend ausgeschlossen sind und von denen ein überwiegender Teil zumindest kurzfristig behandelbar war. Insbesondere der Zahnstatus konnte im Dental Camp erheblich verbessert werden.
Ein künftiger Schwerpunkt wird die Aufklärung über die Wichtigkeit der Zahnpflege in Form von Workshops für Eltern und Ihre Kinder sein, deren Erfolg wir in den regelmäßigen follow-ups unserer Dental Camps überprüfen können. Unser Ziel einer nachhaltigen und langfristigen Verbesserung stößt bei chronischen Erkrankungen und aufwendigeren Behandlungen sehr schnell an seine Grenzen. Wer auf einer Insel wie der der Isla Verde an Diabetes, hohem Blutdruck, Schilddrüsenunterfunktion oder rheumatoider Arthritis erkrankt ist, für den ist der Weg zu einer effektiven Behandlung zur Vermeidung weitere Komplikationen sehr schwierig. Das gleiche gilt für operative Therapien, von Krebserkrankungen oder einem Morbus Parkinson garnicht erst zu sprechen. Dennoch wollen wir versuchen, im Rahmen von Härtefallprogrammen Dinge möglich zu machen: Ein medizinisches Sponsoring, Medikamentenspenden, Organisation eines Sammeltransports für Medikamente von Batangas, kostenfreie Behandlungen in private Hospitals. All das sind Anregungen, die wir bei unserem letzten Einsatz erhalten haben und deren damit verbundenen Aufgaben wir künftig bewältigen möchten.
Was die Schulpatenschaften angeht, war es ein grosser Gewinn, Sozialarbeiterin Lorie als ein Rad im gut funktionierenden und effizienten System der Alouette Foundation einmal persönlich kennenzulernen. Sie kennt sich in den Familien sehr gut aus, weiss um die Probleme, scheint trotz ihres jungen Alters aufgrund ihres respektvollen Umgangs höchst respektiert und arbeitet viel und äusserst strukturiert.

Biogasprojekt auf der Insel Palawan, Philippinen März 2012
Mit dem Thema Biogas haben wir uns auf fremdes Terrain begeben und uns gleich ein paar “blutige Blasen” gelaufen. Dabei liegen die Vorteile für unsere Projektregionen auf der Hand: Die Anlagen verwandeln Biomasse , organische Küchenabfälle durch die in Toilettenabfällen und/ oder in Tierfäkalien vorhandenen Bakterien in zwei sehr wichtige Produkte: Erstens brennbares Methan, welches zum Kochen, für Licht oder auch zur Stromgewinnung verwendet werden kann. Zweitens die Gewinnung eines hochwirksamen Düngemittels. Ist dieser Prozess einmal initialisiert entsteht diese Form erneuerbarer Energie von selbst allein durch das tägliche Hinzugeben von organischem Material jeglicher Art. Kochen mit Gas ist eine rauchfreie Möglichkeit der Nahrungszubereitung und löst das Problem der zahlreichen Atemwegserkrankungen, vom trockenen Reizhusten bis hin zum manifesten Asthma, die wir leider auch bei Kindern feststellen mussten, weil in der Hütte über offener Feuerstelle gekocht wird. Ein weiterer Vorteil ist die Entsorgung der Toilettenabfälle. Wie bei einem „septic tank“ werden die Fäkalien abgeleitet und minimieren die Übertragung von Durchfallerkrankungen, wie Typhus, Cholera oder E. Colibedingter Darmerkrankungen. Neben diesen medizinischen Indikationen spricht die Gewinnung eines sehr ertragreichen Flüssigdüngers auch noch einen landwirtschaftlichen Aspekt an für viele Familien an, die von dem satt werden müssen, was sie an Obst und Gemüse auf ihrem Grundstück anbauen können. Ist der Aufbau einer solchen Biogasanlage erst einmal lokal geschult, kann das wiederverwendbare System durch Verwendung lokaler Materialien immer wieder repliziert werden. Wir sehen hier die Möglichkeit neuer Arbeitslätze, die Entstehung oder Stärkung sozialer Strukturen in einer Community, weil die Kosten und auch die Verantwortung zum Betreiben und Erhalt der Anlage von mehreren Familien gemeinsam übernommen werden können und sollen.

Dennoch haben sich insbesondere bei der Einfuhr der aus China importierten Güter erhebliche, in dieser Form auch nicht vorhersehbare Probleme ergeben, die uns eine Woche unzählbarer Behördengänge und am Ende auch noch viel Geld gekostet haben. Philippinischer Bürokratie verlangt für jedes „formale Schreiben“ weitere Certificates, Endorsements oder Letters von anderen behördlichen Stellen beschaffen, die an anderer Stelle wieder bewilligt, beglaubigt oder abgestempelt werden müssen. Der so im Schneeballsystem entstandene Knoten aus Fristen, Zuständigkeiten und Anträgen fesselt einem rasch die Hände und zwingt den unerfahrenen Gutmenschen schnell in die Knie. Der Erfahrung von Bernard Pierquin und seinen Mitarbeitern von der Alouette Foundation, sowie der Beharrlichkeit von Thomas Culhane sei Dank hat ja dann doch noch alles geklappt.

Zusammenarbeit mit Partner-NGOs
Die Arbeit mit unserer Partner-Organisation in Indien und auf den Philippinen läuft nach wie vor reibungslos und transparent. Ein Informationsaustausch gelingt in der Regel rasch und unproblematisch. Davon konnte sich ein Teil des Vorstandes nicht zuletzt im März 2012 während eines Einsatzes auf den Philippinen einen Eindruck machen. Zudem wurde mit dem Bau einer Biogasanlage auf den Philippinen unsere Zusammenarbeit mit dem Verein SolarCities e.V. erfolgreich besiegelt.

Ausblick 2013
Neben dem weiteren Ausbau unseres Netzwerkes werden wir auch 2013 weitere Freunde suchen, die uns bei der Verwirklichung unserer Ziele helfen. Im Oktober/November 2013 werden wir einen medizinischen Hilfseinsatz in Indien veranstalten Darüber hinaus werden wir mit einem interdisziplinären Team aus Ärzten und freiwilligen Helfern und mit Dr. Thomas Culhane von SolarCities e.V. die erste Biogasanlage in unserer Projektregion in Indien errichten. Die Zahl der unterstützten „Schulen“ in Süd-Indien soll 2013 von sechs auf zehn erhöht werden, sodass wir erstmals ein sogenanntes „Cluster“ (=10 Schulen) und somit 200 Kinder unterstützen.